Ich muss es allen Recht machen!

Ich muss es allen Recht machen!

Wenn du hier angelangt bist, möchte ich dir erstmal gratulieren:

Toll! Du hast bereits den ersten Schritt gemacht!

Du bist dir darüber bewusst was deinen Schmerz verursacht und sobald du etwas erkennst bzw. es beobachtest verändert es sich schon.

Dich treibt das Gefühl an, es allen recht machen zu wollen.

Weißt du woher das kommt?

Wir alle haben anhand der Verhaltensweisen unserer Eltern gelernt, was wir tun müssen, um geliebt zu werden. Was akzeptiert wird und was nicht. Auch du solltest bestimmt artig sein. Wir haben gemerkt, dass Liebe Bedingungen kennt und dass es besser ist diese zu erfüllen. Das Gelernte haben wir in Glaubenssätze formuliert.

Aus Überlebenssicht war dies auch höchst wichtig, denn seit Anbeginn der Geschichte hieß ein Familienausschluss für Kinder den sicheren Tod.

Die Angst davor nicht mehr geliebt zu werden ist so immens, das diese Glaubenssätze sich einbrennen. Da wir im Kindheitsalter unsere Eltern als Autoritäten begreifen, nehmen wir unsere Annahmen als wahr an.

Diese Ansichten steuern uns immer noch aus dem Unterbewusstsein und strahlen auf jede unserer Beziehungen.

Aus diesen Glaubenssätzen hast du dann eine Vorstellung davon entwickelt, wie Zusammenleben von Menschen funktioniert und welche Rolle du selbst einnimmst. Entsprechend hast du Werte und Verhaltensmuster entworfen und wahrscheinlich Letztere zu Stärken ausgebaut.

Wir alle sind auf die ein oder andere Weise konditioniert, du bist also nicht alleine.

Manche mussten stark oder perfekt sein, andere mussten sich beeilen oder sich anstrengen.

Was ist deine Konditionierung?

Du hast Liebe bekommen, wenn du dich um die Bedürfnisse deiner Eltern gekümmert hast.

Aus diesem Grund strebst du immer noch nach Bindung & Anerkennung was sich übersetzt zu: von allen gemocht und wertgeschätzt zu werden.

Deshalb bist du ein liebenswerter Mensch, kommst gut klar mit allen. Streit liegt dir nicht, in deiner Welt muss Harmonie herrschen.

Du fühlst dich dafür verantwortlich, dass andere sich wohl fühlen. Du stellst deine Bedürfnisse hinten an, richtest dich danach, was andere erwarten und kommst dabei selber zu kurz.

Du möchtest beliebt sein und hast nicht gelernt, „Nein!“ zu sagen.

Gleichzeitig erwartest du von Anderen, dass sie Rücksicht auf dich nehmen, ohne dass du aber deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar und deutlich aussprichst.

Dich kennzeichnet:

  • Verantwortungsübernahme
  • Aufopferung (für Andere)
  • Verbindlichkeit
  • Bescheidenheit
  • Loyalität
  • Selbstlosigkeit

Du verwendest häufig Redewendungen mit denen du versuchst, die Wünsche und Erwartungen des Gegenüber zu erkunden und signalisierst dabei Anpassungsbereitschaft.

Darüberhinaus bist du begierig zu wissen, ob du deine Sache gut gemacht hast und ob alles in Ordnung ist.

Dabei fügst du oft Worte ein, um die Reaktion des anderen zu erkunden, nickst zustimmend mit dem Kopf und benutzst gewinnende Gesten. Du bist irritiert, wenn sie nicht unmittelbar Wirkung erzielen.

Du tendierst dazu, Liebe und Wertschätzung von anderen zu erhalten und Zurückweisung und Einsamkeit vermeiden zu wollen.

In Diskussionen lässt du nur schwer einen Standpunkt erkennen, formulierst stattdessen unscharf, zeigst dich konfliktscheu und suchst Ausflüchte.

Eigene Bedürfnisse und Vorstellungen werden verleugnet oder nicht eingebracht, da du glaubst, dass sie eh nicht für andere interessant sein können oder nicht auf Zustimmung treffen.

Deine besondere Fähigkeit ist die soziale Wahrnehmung. Sie ermöglicht es dir, auf die Bedürfnisse anderer einzugehen. So kannst du bereits bei Betreten eines Raumes wahrnehmen, wie die allgemeine Stimmung ist und tust dein Bestes sie zum positiven zu wenden.

Und nochmals: Wir sind alle auf die ein oder andere Weise konditioniert, du bist also nicht alleine.

Das heißt unter anderem, dass ich dir helfen kann. Jetzt bist du Erwachsen und hast die Möglichkeit zu erkennen, dass es Alternativen zu deinen Glaubenssätzen gibt.

Und was kann ich jetzt tun?